RETAILINVESTMENT IN DEUTSCHLAND IM 2. QUARTAL 2012 BLIEB HINTER ERWARTUNGEN ZURÜCK
Georg_Fichtinger_CBRE
In den ersten sechs Monaten 2012 wurden knapp EUR 3,2 Mrd. in deutsche Einzelhandelsimmobilien investiert. Da sich die Investoren weiterhin überwiegend auf Core-Produkte fokussieren, die jedoch nur in geringem Umfang am Markt verfügbar sind, blieb das aktuelle Investmentvolumen rund 47% unter dem Wert des Vorjahreszeitraums zurück. Zudem wurden im Vorjahr einige außergewöhnlich große Transaktionen – unter anderem der Verkauf der Metro-Cash & Carry-Märkte oder des CentrO – getätigt. Der geringere Anteil von Investments in Handelsimmobilien ist somit auf keinen Fall Ausdruck einer nachlassenden Attraktivität, sondern vielmehr eines Mangels an attraktiven und geeigneten Investitionsmöglichkeiten. In den letzten drei Monaten fanden dennoch wieder mehr Einzelhandelsobjekte einen Käufer. Im zweiten Quartal wurden gegenüber dem Jahresauftakt mit EUR 1,8 Mrd. gut 30% mehr in diese Anlageklasse investiert.
Die größte Einzelhandels- als auch Gewerbeimmobilientransaktion im ersten Halbjahr 2012 war die Beteiligung von Unibail-Rodamco an Shopping-Centern der mfi (management für immobilien) AG. In die Top 5-Investmentzentren Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München flossen mit rund EUR 584 Mio. gut 18% aller Retail-Investments im ersten Halbjahr. „Insbesondere die internationalen Investoren weichen vermehrt auf attraktive B-Standorte aus, um Gelder zu platzieren, da gerade in den Topstandorten kaum adäquate Produkte für sicherheitsorientierte Anlagestrategien verfügbar sind. Eine weiter sinkende Arbeitslosenquote und steigende Haushaltseinkommen sprechen weiterhin für Immobilieninvestments in den größten und stabilsten Retailmarkt Europas.“, erklärt Georg Fichtinger, Head of Capital Markets CBRE Österreich, die Situation in Deutschland.
Shopping-Center weiter sehr gefragt
Noch stärker als im Vorjahreszeitraum lag der Fokus der Investoren auf Shopping-Centern. Mit knapp EUR 1,8 Mrd. entfielen rund 55% des Einzelhandelsinvestmentvolumens auf diese Assetklasse. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 42%. Zu diesem hohen Ergebnis trugen maßgeblich – neben dem Anteilskauf an mfi durch Unibail-Rodamco – die Verkäufe von Anteilen der Europa-Passage in Hamburg, der Europa-Galerie in Saarbrücken sowie des Luisencenters in Darmstadt in der Größenordnung von jeweils über EUR 100 Mio. bei. In absoluten Zahlen sank jedoch auch bei Shopping-Centern das Investmentvolumen um circa 31% ab. Jeweils über EUR 600 Mio. wurden in Fachmärkte bzw. Fachmarktzentren (EUR 630 Mio. oder 20% des Gesamtvolumens) und Geschäftshäuser in 1A-Lagen (EUR 611 Mio. oder 19%) investiert. Bei beiden Anlageklassen lag das mittlere Investmentvolumen pro Objekt unter EUR 20 Mio.
Nationale Investoren weiterhin besonders in den Investmentzentren aktiv
Mit jeweils rund EUR 1,6 Mrd. waren nationale und internationale Investoren im ersten Halbjahr 2012 gleichermaßen aktiv am gesamtdeutschen Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien. In den Top 5-Investmentzentren dominierten jedoch mit gut 93% der investierten Gelder weiterhin die einheimischen Anleger. Im Vorjahreszeitraum überwog ebenfalls die Aktivität inländischer Investoren, jedoch betrug der Anteil deutscher Gelder am Gesamtvolumen in den Top 5 nur 63%.
Spitzenrenditen weiterhin stabil
Die Nettoanfangsrenditen blieben im Einzelhandelssegment gegenüber dem Vorquartal stabil. Für erstklassige Shopping-Center in A-Standorten liegt die Spitzenrendite somit weiterhin bei 5,00%. Für Fachmärkte und Fachmarktzentren wird eine Nettoanfangsrendite von 7,00 bzw. 6,00% gesehen. Für innerstädtische Geschäftshäuser in 1A-Lagen liegen die Spitzenrenditen weiterhin zwischen 4,40% (Hamburg, München) und 4,75% (Berlin).
„Das Agieren der langfristig orientierten Investmenthäuser unterstreicht wiederum die exponierte Stellung Deutschlands für nachhaltige Investments in Core- und Core Plus-Produkte. Deren andauernde Knappheit an Verfügbarkeit allerdings führt zwangsläufig zu einem niedrigeren Transaktionsvolumen für Einzelhandelsimmobilien insgesamt. Die Banken spielen in diesem Zusammenhang eine immer aktivere Rolle auf der Veräußerungsseite.“, so Fichtinger abschließend.
Über CBRE CBRE Group (New York Stock Exchange: CBG) rangiert im Fortune 500 und S&P 500 Aktienindex und ist das weltweit führende Unternehmen für Gewerbeimmobilien (Basis: Umsatz 2010). Das in Los Angeles ansässige Unternehmen mit mehr als 31.000 Mitarbeitern in mehr als 300 Büros weltweit (exkl. Zweigstellen und Partnerbüros) arbeitet für Immobilieneigentümer, Investoren und Mieter auf der ganzen Welt. Strategische Beratung, Immobilienvermietung und verkauf gehören ebenso zum Portfolio wie Immobilien , Facility und Projektmanagement. Corporate Services, Finanzierung, Investment Management, Evaluierung und Bewertungen, Research sowie Investment Strategien und Consulting runden das Angebot ab. Weitere Informationen unter www.cbre.com